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Rückblick: Musical Broker wirft seinen Schatten voraus

Eingereicht von johannes.drechsler am 22. Okt 2014 - 11:04 Uhr

Stefan Rauch [2]

Broker-Der Mob [3]

Der Komponist, Gitarrist und Sänger Stefan Rauch hat in den vergangenen Jahren sieben Musicals und drei weitere Alben veröffentlicht. In dieser Zeit hat er einen Songwettbewerb gewonnen, und in Nürnberg und Karlsruhe einen dritten und einen zweiten Platz belegt. Seine Kinderlieder sind auf verschiedenen Samplern und Produktionen zu finden. Im Kindermusicalbereich hat er sich durch Werke wie "Schnarchi in Gefahr", "Chipsi der Schulschimpanse" und "Arno und die Ameisenbande“ einen Namen gemacht. Seit vier Wochen nun ist sein neues Musical „Broker“ im Handel. Eingesungen vom eigenen Gospelchor im Tonstudio von Andy Horn in Berolzheim.

Als Bezirksjugendreferent habe ich ihn besucht und ihn mit Fragen über sein Leben und seine Chöre gelöchert.

„Stefan, ich durfte Dich vor fast 17 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne erleben. Welche Erinnerungen kommen hoch wenn Du an die Zeit mit der Rockband „Männer“ denkst?“

„Ich gestehe, dass ich mich nicht mehr an Dich im Publikum erinnere auch wenn damals bei einigen Konzert die Zuschauerzahl überschaubar war. Wir spielten bei Jugendwochen und christlichen Jugendfestivals und waren wegen der Lautstärke einfach nicht zu überhören. Zur musikalischen Qualität befragt sage ich nur so viel: Damals hat es irgendwie gepasst. Heute hat sich viel geändert. In 10 Jahren wird es dann wohl genau so sein.“

„Heute hast du professionelle Musiker an deiner Seite?“

„Wenn man sich den Großteil der Studioarbeit ansieht stimmt das. Tontechniker und Produzenten kennen sich aus. Besonders mein Arrangeur Markus Schölch, der seit Jahren mit den bekanntesten Größen der Musik durch die Welt tourt beeinflusst das Ergebnis enorm. Alle Sänger/innen allerdings ob nun Kinder oder Erwachsene sind in der Regel Amateure.“

„Was sind die großen Unterschiede zum Berufsmusiker?“

„Ein Hobbymusiker könnte alles entspannter und ohne Druck angehen. Je weiter der Blick über den eigenen Tellerrand hinausgeht in die unendliche Welt der Musik umso bescheidener sollte man allerdings werden. Es gibt unzählige begabte Künstler die völlig unbekannt sind und von ihrem Beruf kaum leben können. Trotzdem gilt am Ende: Alle kochen nur mit Wasser.“

„Woher nimmst du deine Ideen? Was treibt dich an?“

„Wenn das Feuer einmal entbrannt ist gibt es kaum ein zurück. Schon als Teenager war ich begeistert von dem Musical-Chambre. Das lag dann lange im Verborgenen und wurde erst wieder geweckt.“

„Die erste Idee zu „Broker?“

„Kam mir an einem kleinen Swimmingpool in Namibia. Das ist gut drei Jahre her. Eine sehr aufregende Musicalwoche mit Kindern aus Afrika.“

„Das heißt von Beginn bis zur Vollendung drei Jahre Arbeit?“

„Ja. Aber mit vielen Unterbrechungen.  Kann sein, dass wochenlang nichts geschieht. Du wartest auf einen Termin mit dem Arrangeur, eine weitere Idee, oder hast einfach keine Zeit.“

„Was braucht es um zu komponieren?“

„Ich benötige vor allem Stille. Jedes Geräusch stört. Was ich in der Regel nicht tue ist nachts aufstehen und eine Idee aufschreiben. Am Morgen ist es aber leider oft zu spät und der Gedanke ist nicht mehr der selbe. Wenn überhaupt noch was da ist.“

„Bei deinen letzten beiden Werken warst du auch selbst der Produzent. Wie kam das?“

„Das kleine Plattenlabel bei dem ich unter Vertrag bin hatte einfach keine Kapazitäten und kein Studio frei. Dazu kommt die schwierige Lage in der Musikindustrie, wenn zu wenig verkauft wird. Da hat es sich sehr gut getroffen, dass wir Andy Horn kennen lernen durften, der keine 10 km von uns entfernt in Berolzheim ein Studio unterhält. Eine sehr angenehmer Mensch und ich würde sagen Freund. Er produziert in erster Linie amerikanische Bands und arbeitet für die Industrie. Bei ihm konnten wir die Gesangsaufnahmen, Mischung und Mastering machen, ohne dass der Chor immer zwei Stunden Anreise hatte. “

„Und wer finanziert das Ganze?“

„Ich vertraue auf volle Hallen...ha, ha.. und sollte lernen Sorgen abzugeben an den der gesagt hat fürchtet euch nicht, ich bin bei euch alle Tage...“

„Broker" wird bald in Boxberg seine Uraufführung erleben. Was waren die besonders nervenaufreibenden Dinge bei drei langen Jahren Arbeit und was ist das für Dich als Komponist für ein Gefühl, wenn es dann live gespielt wird?“

„Wenn man wochenlang auf der Stelle tritt, sich Termine verschieben, Sänger heiser sind und Instrumente nicht gut klingen gibt’s schon mal Frust. Besonders das Schreiben der vierstimmigen Chorsätze war immense Arbeit. Ohne Unterstützung von Christiane Weber, einer Sängerin aus dem Chor, würden alle heute noch nach Noten schreien. Wie es sich dann anfühlt wenn es vorbei ist? Eine gewisse Erleichterung bestimmt aber Im Voraus kann ich nicht über Gefühle reden. Kommt auch darauf an wie alles gelingt und wie fit man selbst und der Chor an dem Tag ist. Aufregend ist höchstens dass es diesmal Erwachsene sind.“

„Der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen?“

„...ist enorm. Kinder singen einfach los ohne lange zu Fragen: „Treff ich den Ton, wie heißt der Ton?“ etc. Sie stehen immer am Anfang, wollen erleben, probieren, sind aufgeschlossener und mutiger. Da kann man einfacher mal die Tonart wechseln oder gar die Melodie verändern.“

„Broker" ist musikalisch sehr breit gefächert. Wie hast Du beim Komponieren entschieden, welche Szene eine Ballade, eine Rock-, Reggae oder Chornummer bekommt?“

„Zur Friedensdemo passt eben Reggae ganz gut und die Musik für die gewaltbereite Straßengang ist dann wirklich martialisch. Rockig die Staatsmacht und Tod und Freude wurden wiederum anders verpackt. Es gab aber auch falsche Entscheidungen, wenn man im Studio feststellt der Text passt nicht wirklich zur Musik.“

„Das verspricht einiges an Spannung. Wie wär’s mit einer kurzen Inhaltsangabe?“

Broker ist ein Börsenfreak, ein erfolgreicher Investmentbanker, ein Kindersoldat des Kapitals im Dauerrausch...  er erlebt unter dem Eindruck einer Wirtschaftskrise einen Zusammenbruch und erkennt bald seine Situation. Eine neue Freundschaft mit einem Arzt und die geheilte Beziehung zu seiner Familie lassen ihn zuerst aufatmen bis er in die Verstrickungen von Macht und Gewalt gerät. Denn in der Stadt tobt ein Kampf zwischen friedlichen Demonstranten und dem gewaltbereiten Mob auf der einen Seite und der diktatorischen Staatsregierung auf der anderen. Am Ende soll er erneut seinen Mann stehen und versagt ... mehr wird nicht verraten.“

„Warum ist "Broker" der perfekte Stoff für die Musicalbühne?“

„Komm selbst und schau es dir an...“

„Wann und wo?“

„Premiere ist am Samstag 8.11. um 19.30 Uhr und die zweite Aufführung am 9.11. um 18.00 Uhr. Alles in der Schule in Boxberg. Den Großteil der Eintrittskarten gibt’s nur im Vorverkauf ab dem 6. Oktober in der Volksbank Boxberg oder in der Bücher-Ecke in Boxberg.“

„Worauf kann sich das  Publikum besonders freuen?“

„Darauf, dass das gesamte Musical gesungen wird und man überrascht  wird von manchem Schauspieler oder Sänger, den man bisher nur als Nachbarn gekannt hat.“

„Nenne uns zum Ende noch deine schönste Erinnerungen als Musiker?“

„Da gibt es jede Menge. Z.B. Der 5. internationale Gospelkirchentag in Karlsruhe mit einer amerikanischen Band und einem Chor von Gospelchorleitern sowie dem Oslo Gospel Choir. Die glänzenden Augen der Eltern und Kinder nach einer Musicalwoche und besonders die Frage: „Du kommst doch nächstes Jahr wieder?“

„Stefan, vielen Dank für das Interview und diesmal werde ich mich deutlicher im Publikum zu erkennen geben.“

„Ich danke Dir...!“

 
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