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Rückblick [1]

Rückblick: Alle Zeit der Welt oder solange die Füße tragen

Eingereicht von redaktion am 19. Sep 2014 - 09:02 Uhr

<a href="/userdata/msData/adelsheimb/data/SimpleMedia/media/thefile/20140908_161135.jpg" title=" Übernachtung auf einer Burg! :) ">Burgruine Stolzeneck (Neckarsteige)ADELSHEIM-BOXBERG – Viel Spaß mit ganz wenig Geld: Für einen Unkostenbeitrag von genau null Euro ist eine Gruppe der Evangelischen Jugend Adelsheim-Boxberg die Neckarsteige entlang gewandert. Das Essen war über Spenden finanziert worden und die gastfreundliche Stiftung Pflege Schönau ließen die Jugendlichen kostenlos in ihrer Waldhütte übernachten.

Freizeit [2]Einmal, da hat in Neckargerach beim örtlichen Supermarkt eine ältere Dame einer Teilnehmerin 20 € in die Hand gedrückt. Das konnte der Bezirksjugendreferent Johannes Drechsler berichten. Gott, wie peinlich! „Aber natürlich auch lustig“, sagt Christin (15). Es gibt viele solcher netter Geschichten, die die 9 Jugendlichen auf ihrer Wanderung durch Baden und Hessen erlebt haben. Fünf Tage lang waren sie unterwegs. Wandern im eigenen Land statt in Norwegen oder in den Schweizer Alpen, Schlafen auf dem Fußboden vom Wald, Burgen und Waldhütten, einfache Verpflegung ohne jeden Schnickschnack. Als es am letzten Tag Tortellini mit Tomatensoße gibt, ist das ein Festessen. Null-Euro-Freizeit heißt die besondere Tour, die ist 2014 zum ersten Mal im Programm der Evangelischen Jugend in Baden stand. Wo sonst 200, 400 oder 800 Euro zu entrichten sind, fällt hier kein Unkostenbeitrag an. Die eigene Sparsamkeit ist die Voraussetzung, den Rest machen Spenden und Zuschüsse des Landesjugendwerks und die Gastfreundschaft der Pflege Schönau möglich. „Eine tolle Erfahrung“, sagt Jugendreferent des Evangelischen Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg Johannes Drechsler. Es ist das einfache Leben, das Jugendliche anlockt. Die Chance, noch eine Freizeit machen zu können, obwohl eigentlich schon das Geld knapp ist. Eine Gemeinschaft von Leuten zu erleben, für die das Wandern wichtiger ist als spektakuläre Reiseziele, mit denen man anschließend angeben kann. „Wo warst du?“ „Auf der Neckarsteige!“ „Ach so.“ Die Gruppe der Wanderer ist auch eine Glaubensgemeinschaft, wo man abends über das Evangelium von Markus nachdenkt. Jesus, der Wanderer, der zu uns in unseren Nöten und Sorgen kam, mit uns lebte. „Auf dem Weg sein und über Gott reden, seine Kraft spüren“, das hat eine Teilnehmerin genossen. Ein besonderer Höhepunkt war der Waldtag der vom Förster Steffen Ellwanger geleitet worden ist. Mit dem neuen Waldmobil der Stiftung Pflege Schönau wurde über persönliche Erlebnisse das Interesse an der Natur geweckt und zum Staunen über Naturzusammenhänge angeregt. Mit einem Erlebnisparcour hat der Waldpädagoge Anstöße gegeben, über das eigene Wertverständnis und über mögliche Verhaltensänderungen nachzudenken. Dabei geht es nicht um die Menge des vermittelten Wissens, an die sich die Teilnehmer hinterher erinnern, sondern dass vor allem selbst erlebte, erfühlte Erfahrungen im Erlebniswald haften bleiben. Es war eine bunte Mischung von jungen Leuten, die sich da auf den Weg durch Baden und Hessen gemacht hatte: Jungen und Mädchen, zwischen 13 und 15 Jahre alt, aus dem Raum Roigheim und Bödigheim, mit Glaubensbezügen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Evangelische aus der Landeskirche und Kreisen, die eher kirchenfern sind. Am Ende spielte das keine Rolle mehr. Irgendwie sind alle recht bodenständige Typen, die da miteinander unterwegs sind: Gymnasiasten, Hauptschüler, Realschüler, die ganze Bandbreite. Die Schule ist weit weg für die, die miteinander losgezogen sind. Es sind die einfachen Dinge, die sie bewegen und glücklich machen: die Bahnhofstoilette oder das Plumsklo. Überhaupt die Klofrage: Wer lange unterwegs ist, schätzt jede Gelegenheit. Das Finale: Am fünften Tag das Lager im strömenden Regen abbauen. Den Platz im Wald so ordentlich verlassen, als wäre dieser nie verwendet worden. Ab in den Zug und wieder nach Hause: Die Kosten für die Rückfahrt waren neben dem Gepäck das einzige, was sie dann als Kosten wirklich tragen mussten.

 
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