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Bezirksjugendreferent Gerald Vogt

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Rückblick

Alle Achtung, Grenzen achten, vor Missbrauch schützen

Eingereicht von johannes.drechsler am 23. Mär 2015 - 08:46 Uhr

Kultur der Grenzachtung

Eine Kultur der Grenzachtung für Kinder und Jugendliche                   .

Umarmen zur Begrüßung oder nicht? Was ist korrekt, was könnte grenzverletzend sein? In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen muss einiges neu überdacht werden. Nachdem in den letzten Jahren bundesweit in mehreren pädagogischen und kirchlichen Einrichtungen Vorfälle bekannt wurden, bei denen Mitarbeitende die Grenzen ganz gezielt missachtet haben, hat der Gesetzgeber im Januar 2012 ein Bundeskinderschutzgesetz verabschiedet, das den Kindesschutz bis in die örtlichen Vereine, Verbände und Kirchengemeinden zu einem Standard der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht.

Die Evangelische Landeskirche hat inzwischen eine „Richtlinie zur Umsetzung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei Kindeswohlgefährdung und Gefährdung von schutzbefohlenen Erwachsenen“ entwickelt. In den entsprechenden Fortbildungen für alle beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, egal ob in Kitas, im Religionsunterricht, Kindergottesdienst, Konfiunterricht oder in der Jugendarbeit, soll wichtige Aufklärungsarbeit geleistet und für das Thema sensibilisiert werden.

Sensibel für Grenzverletzungen

„Es ist wichtig eine Kultur zu schaffen, die sensibel ist  für Grenzverletzungen; das ist ein Lernprozess“, erklärt Johannes Drechsler, der Bezirksjugendreferent im Evangelischen Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg. Dabei gehe es weniger um strafrechtliche Fragen, sondern grenzachtendes Arbeiten schaue vor allem darauf, welche Umgangsformen wir eigentlich haben. Das heißt auch konkret: Wie begrüße ich Kinder und Jugendliche? Welche Äußerungen oder Spiele könnten grenzverletzend sein? Und ganz zentral sei es, das Sechs-Augen- Prinzip zu leben, das heißt, möglichst nicht mit einem Kind alleine im Raum zu sein. Es ist wichtig eine Kultur zu schaffen, in der man auf Grenzverletzungen hinweise, sodass es für Täter schwerer werde zu agieren. Es solle nicht Misstrauen, sondern Sensibilität geweckt werden. Auch für Grenzverletzungen, die beispielsweise zwischen Jugendlichen und Kindern begangen werden. Die Basisschulung im Burghardt-Gymnasium Buchen fand im Rahmen der Sozialmentorenausbildung statt. Außerdem waren Schülermentoren und Jugendleiter aus dem Kirchenbezirk mit dabei. Insgesamt wurden 50 Jugendliche geschult. Auf dem Weg zur Umsetzung der Kinderschutz-Richtlinie ist eine Verpflichtungserklärung zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen von allen ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden zu unterschreiben. Auch die ausgebildeten Jugendlichen haben diese Verpflichtungserklärung unterschrieben. Jetzt bereits werden in der Landeskirche von beruflich Mitarbeitenden, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiteten, erweiterte Führungszeugnisse verlangt.                                     

Die Schulung wurde mit verschiedenen Einheiten durchgeführt: „Prävention“ wurde von der Theologin Heike Göhrig-Müller angeboten, „Umgang mit den eigenen Grenzen: physisch und psychisch präsent sein - nur Grenzen, die ich kenne, kann ich wahren“ von Elisabeth Sandel von der Psychologischen Beratungsstelle  Adelsheim und die Einheit „Die Würde des Menschen ist von der staatlichen Gewalt zu schützen – Gesetzestexte und Umgang mit ihnen in der Jugendarbeit“ von Johannes Drechsler.

Es sei wichtig, so Johannes Drechsler, dass die Präventionsarbeit bei Grenzverletzungen deutlich unterhalb des strafrechtlich Relevanten ansetze. „Mit einer Kultur der Grenzachtung entwickelt sich die pädagogische Arbeit der Ehrenamtlichen weiter.“