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Aktuelles

„Und es geschah“: Konzert und Musicalpremiere begeistern Publikum

Eingereicht von johannes.drechsler am 12. Jan 2017 - 13:21 Uhr

Weihnachtmusical1

Boxberg. Die Aula der Boxberger Schule platzte am vergangenen Sonntag aus den Nähten. Bereits eine Stunde vor Beginn des Konzertes mit dem Spontanchor und der Premiere des neuen Musicals "Und es geschah" von Stefan Rauch füllten sich die Ränge rasch.

Casting-Show vorweg

Die Bühne lag zwar noch im Dunkeln doch die Gäste nahmen schon gespannt einen Teil des römischen Kaisersaals mit prunkvollem Ambiente wahr. Zunächst jedoch stimmte der Chorleiter das Publikum auf den Nachmittag ein und verdonnerte alle zum Mitsingen zweier Lieder. Diese mussten die Gäste in einem kurzen "Casting" alleine einüben bevor begleitet vom Pianisten Markus Quenzer der Spontanchor die Bühne betrat.

Bereits nach dem ersten Gospel "You gave me higher joy" waren alle nur erdenkbaren Barrieren zwischen Künstlern und Zuhörern gebrochen. Mitreißende Melodien und ein Chor, der mit seiner Dynamik und ansteckender Freude die Herzen höher schlagen lässt, sorgten dafür, dass Junge und Betagte auf ihren Stühlen in Bewegung kamen.

Mit gefühlvollem Sologesang überzeugten besonders Lisa Bauer ("Celebrate") und Christiane Weber ("Die Richtung stimmt"). Bei rhythmischen Liedern bewiesen Anna Ruess, ("I will follow him") Annette Brennan ("Born again") und viele weitere Solisten ihre Begabungen. Bei "Shackles" konnte die Band mit Arnd Bröker (Bass), Benedikt Rauch (Percussion) und Stefan Rauch (Gitarre) sich richtig ins Zeug legen.

Weihnachtmusical3

Starker Einstieg ins Musical

Hatten die jungen Künstler des X-berger Kinder- und Jugendchores bis zu diesem Augenblick noch erwartungsvoll auf ihren ersten gemeinsamen Einsatz mit dem Gospelchor hinfiebern müssen, war es nun endlich soweit. Knapp 30 Kinder nahmen ihre Plätze ein und intonierten das Lied "Neue Brücken" von "PUR". Inhaltlich ein Aufruf zu mehr Toleranz und Achtung gegenüber allen Menschen leitete dieser Song gleich weiter zum ersten Titel des Abends aus der Feder des Chorleiters: "Gutes bei dir finden". Textauszug: "Brich dem Hungrigen dein Brot, hab Erbarmen so wie Gott, gib dem Durstigen zu Trinken. Handle gütig statt gemein, zahle Unrecht niemals heim, lass geballte Fäuste sinken. Täuscht die Welt mit grellem Schein, wahres Licht hat Gott allein. Lass dich nicht von Lüge blenden. Neonleuchten, kaltes Licht erwärmt Menschenherzen nicht flackert nur an Bildschirmwänden."

Nach kurzem Hinweis zum Inhalt der Weihnachtserzählung wie wir sie im Lukasevangelium finden, öffneten sich nun alle Augen und Ohren dem Beginn des neuen Musicals. Die warme Bass-Stimme von Stefan Müller-Ruppert erklang und füllte den Raum. Seine Sprache entführte zunächst in die römische Welt vor 2000 Jahren und wurde unterstützt durch die Schauspieler die nach und nach in Erscheinung traten: Kaiser Augustus (Ziad Ziton) inmitten seiner Senatoren (Matthias und Ilona Wild), Sklaven, Soldaten und Hofbeamte. Der Verehrungswürdige. Friedensbringer, Salvator, Kyrios, Imperator und viele weitere Titel gehörten alleine ihm. Er befreite Rom aus so mancher Krise und machte mächtig Dampf in Wirtschaft, Kultur und Arbeit. "O du lieber Augustus wann ist für dich Schluss?" sangen dazu die beiden Chöre und stellten klar, dass der Aufschwung und Goldglanz in vielen Bereichen des römischen Staates am anderen Ende des Großreiches zu Unrecht, Folter und Tod führten.

"Pax Romana" der römische Friede war ein falscher Friede denn Augustus musste, um die Ausgaben für seine Gesetze und Reformen zu decken, mehr Steuern eintreiben. Dazu nutzte er eine allgemeine Zählung der Bevölkerung, deren Grundbesitz sowie den Vermögensverhältnissen. Die Folgen dieser Erhebung mit Staatsgewalt waren Demütigungen, Hunger und Wehgeschrei bei der Mehrzahl der Menschen. Das ausgelassene Feiern der Oberschicht im Kaiserpalast mit Essensgelage und Tanz bildete hier den krassen Gegensatz zur Wirklichkeit beim einfachen Volk und wurde von Chor und Schauspielern exzellent in Ton und Szene gesetzt.

Geburtserzählung

Die Geburtserzählung aus dem Lukasevangelium war für den Kaiser und seine Herrschaftsschicht eine riesige Frechheit. Denn diesem Alleinherrscher wurden alle Titel abgesprochen und einem jüdischen Kind verliehen.

Nun wechselte der Blick von der großen Weltpolitik nach Palästina. Solistisch wunderbar mit den Kinderstimmen von Joan Park und Laura Horn gesungen, mussten sich Josef (Ahmed Farres) und Maria (Marie-Christin Faulhaber) auf einen beschwerlichen Weg machen. Es interessierte niemanden, ob jemand krank war oder so wie Maria ein Kind erwartete. Viele Kinder starben damals bei der Geburt oder in den ersten Lebensjahren. Maria war noch sehr jung. Normalerweise wurden Mädchen mit spätestens 14 Jahren verheiratet.

Diese und viele weitere Details zur Lebenswirklichkeit damals, der orientalischen Gastfreundschaft im Allgemeinen und dem Hinweis, dass der fehlende Platz für das Neugeborene wohl dazu führte dass ein Steinfuttertrog für Tiere, die damals mit im Haus lebten als Schlafplatz herhalten musste, konnten die Zuhörer förmlich miterleben.

Gänsehautgefühle

Gänsehautgefühle überkamen aber nicht nur an den Rand der Gesellschaft gedrängte Hirten (Omar Ahmad, Alexander Pfeil, Verena Schmidt, Elias Wild), als sie von himmlischem Licht geblendet wurden, sondern auch das Publikum während des Höhepunktes im Musical.

Beängstigende Dunkelheit, Nebel und Blitzlichter gepaart mit beeindruckender Orchestermusik im Stile von "Ben Hur" jagten Schauer über die Rücken bis endlich befreiend eine Botschaft die Herzen erhellte: "Fürchtet euch nicht! Seht doch, ich verkünde euch eine große Freude, die allem Volk gilt. Für euch ist heute der Heiland geboren. Ab jetzt müsst ihr keine Angst mehr haben. Vielmehr dürft ihr euch freuen und mit euch alle Menschen. Dankt Gott denn er schafft Frieden, weil er euch so liebt." Welch ein Versprechen. Eine Zusage, die pure Freude auslöst.

Obwohl die Gelehrten der Schrift sich nicht durchringen konnten, die letzten sieben Kilometer nach Bethlehem mitzugehen und trotz der Brutalität von König Herodes (Ronny Seifert) endete das Musical in dieser ausgelassenen Freudenstimmung.

Denn selbst Forscher (Mohammed Alhamo, Manuela Wohlfahrt, Thomas Wohlfahrt) mit völlig anderer Religion folgten dem Stern nach Bethlehem und letztlich führt kein Weg an Gott vorbei dessen Zusage gilt: "Ich führe dich trotz aller Zweifel, Sorge und Not einen guten Weg. Ich bin der, der für dich da war und für dich da sein wird."

Weihnachtmusical2

Viel Beifall

Unter Beifallsstürmen besangen die beiden Chöre dieses Versprechen in dem solche Kraft stecke. Diese Zusage schaffe Wirklichkeit und geschieht. Davon leben wir Menschen. Als Zugabe präsentierten alle Akteure zum Abschluss des Konzertes und der beeindruckenden Premiere des Musicals "Und es geschah" Michael Jacksons "We are the world" mit den Solistinnen Luise Bier und Carla Schlör.

Manuela Wohlfahrt